SmallRig TRIBEX SE im Test

Nicht perfekt, aber unfassbar schnell – SmallRig TRIBEX SE im Test

Das SmallRig TRIBEX SE ist ein Videostativ, das sich ganz klar über ein Merkmal definiert: Geschwindigkeit. Entwickelt in Zusammenarbeit mit SmallRig und dem bekannten YouTuber Potato Jet, richtet sich dieses Stativ vor allem an Content Creator, Videografen und Studio-Setups, bei denen der Aufbau schnell und möglichst unkompliziert funktionieren soll.

Mann mit SmallRig TRIBEX SE auf dem ein große Kamera befästigt ist

Das absolute Highlight des SmallRig TRIBEX SE ist das hydraulische X-Clutch-System. Mit nur einem Hebel lassen sich alle drei Beine gleichzeitig entriegeln oder fixieren. Dadurch ist das Stativ innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit – schneller als nahezu jedes klassische Videostativ mit Einzelverriegelungen. Gerade für Talking-Head-Videos, B-Roll-Aufnahmen oder statische Kameraeinstellungen ist das ein echter Vorteil und spart im Alltag enorm viel Zeit.

Im Gegensatz zu vielen professionellen Videostativen verzichtet das TRIBEX SE auf eine Halbkugel (Bowl) zur schnellen Nivellierung. Stattdessen kommt eine Mittelsäule zum Einsatz, die schnelle Höhenanpassungen ermöglicht. Das macht den Aufbau zwar noch schneller, bringt aber auch Einschränkungen mit sich: Das Ausrichten in Waage erfolgt ausschließlich über die Beinpositionen. Mit leichten Mirrorless-Kameras funktioniert das gut, bei schweren Cinema-Rigs oder Cinema-Kameras wird es jedoch schnell unpraktisch.

Auch beim Thema Stabilität zeigt sich der klare Fokus auf Schnelligkeit. Mit einer maximalen Höhe von 166 cm (mit Mittelsäule) ist das Stativ ausreichend hoch, allerdings nimmt die Verwindungssteifigkeit in der oberen Position deutlich ab. Für aktive Schwenks (Pan) und Neigungen (Tilt) mit dem Videokopf ist das SmallRig TRIBEX SE daher nur bedingt geeignet. Sobald man hinter der Kamera arbeitet, merkt man, dass ein schnelles Stativ nicht automatisch das stabilste Stativ ist.

Im Lieferumfang des TRIBEX SE ist ein einfacher Fluid Head enthalten. Dieser trägt zwar bis zu 6 kg Traglast, kann aber nur 4 kg Gegengewicht sauber ausbalancieren. Im Vergleich zum größeren SmallRig TRIBEX bietet der Kopf keine stufenlos einstellbaren Widerstände für Pan & Tilt. Positiv ist jedoch, dass sich der Kopf dank 3/8-Zoll-Gewinde problemlos austauschen lässt – etwa gegen einen Kugelkopf, was das Stativ auch für die Fotografie interessanter macht.

Das SmallRig TRIBEX SE ist klar als Indoor-Stativ und Schönwetter-Stativ konzipiert. Es besitzt ausschließlich Gummifüße und ist empfindlich gegenüber Staub, Sand und Schmutz. Besonders kritisch ist die hydraulische Mechanik: Laut Hersteller sollten sandige oder staubige Umgebungen vermieden werden, da eine Reinigung kaum möglich ist. Auch bei Kälte arbeitet die Hydraulik deutlich langsamer, was den Einsatz im Winter stark einschränkt.

Für die Fotografie ist das TRIBEX SE dennoch nutzbar, insbesondere in Kombination mit einem Kugelkopf. Der extrem schnelle Aufbau ist ein klarer Vorteil, allerdings ist das Stativ relativ groß, schwer und bei Wind nicht optimal. Bei Langzeitbelichtungen oder Timelapse-Aufnahmen empfiehlt es sich, das Stativ zusätzlich zu beschweren, etwa mit einem Rucksack.

Unterm Strich ist das SmallRig TRIBEX SE kein perfektes Videostativ, aber eines der schnellsten Stative am Markt. Wer ein Werkzeug sucht, das Zeit spart, weniger nervt und für Content Creation, Studioarbeit oder schnelle Video-Setups optimiert ist, bekommt hier eine sehr clevere Lösung. Für hochwertige Cinema-Produktionen, raue Outdoor-Einsätze oder maximale Stabilität gibt es jedoch bessere Alternativen. Geschwindigkeit hat eben ihren Preis – und ihre Kompromisse.


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